Sonntag, 1. Dezember 2013

Laura Pape: 'Ich wog nur noch 47 Kilogramm!'

Hallo Ihr Lieben!

Ich möchte Euch heute eine ganz tolle Persönlichkeit vorstellen. Sie hat es geschafft, aus den Fängen der Magersucht zu entfliehen, um heute gesund leben zu können. Ihr Name ist Laura Pape


(Laura heute mit 57 kg)

Laura wog damals 47 Kilogramm bei einer Grösse von 1,71 m. Ihre Geschichte hat sie in einem Buch, mit dem Namen 'LEBENS-hungrig', niedergeschrieben, das mittlerweile schon in die zweite Auflage geht. Ich selbst durfte das Buch lesen und bedanke mich an dieser Stelle nochmal ganz herzlich für das tolle Exemplar! Es liest sich toll und vorallem man fühlt mit. Es ist mit Herzblut geschrieben worden und das spürt man. Ich wurde neugierig. Wer ist Laura? Ich wollte mehr wissen. Und ich durfte mehr wissen.

Laura hat sich Zeit für mich genommen und hat mir ein paar Fragen beantwortet: 

Laura, das Wichtigste voran: Wie geht es Dir heute? Kannst Du Dich vollkommen als gesund bezeichnen?
Mir geht es heute super und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die Krankheit ganz hinter mir gelassen habe und jetzt ein gesundes Leben führe.

Hast Du Angst vor einem Rückfall?
Nein. Was mich da so sicher macht? Ich weiß, wie grausam die Zeit während der Krankheit für mich, aber auch meine Familie, war. Und ich habe in den letzten Monaten gespürt, wie viel schöner und wertvoller im Gegenzug das Leben ist. Ich möchte so eine schlimme Zeit nicht noch einmal erleben und das gibt mir die Kraft, um einen Rückfall zu umgehen. Für mich sind heute andere Dinge wichtiger als Kalorien und Gewicht.

Erwischt Du Dich manchmal, dass Du noch auf die Kalorienangaben von Produkten schaust?
Ganz ehrlich? Ich schaue, wenn auch selten, schon noch manchmal darauf. Wie viele Kalorien ein Lebensmittel hat, spielt dabei aber keine Rolle mehr für mich und hat auch keinen Einfluss mehr auf meine Kaufentscheidungen. Das passiert eher mal aus dem Interesse heraus, welche wichtigen Nährstoffe so ein Produkt mit sich bringt. (lach)

Wiegst Du Dich regelmäßig oder hast Du die Waage verbannt?
Ich wiege mich, wenn überhaupt, nur noch ganz selten. Vielleicht 1 oder 2 Mal im Monat. Die Zahl auf der Waage hat für mich an Bedeutung verloren. Ich gucke mich im Spiegel an und sehe, dass ich gesund und lebendig ausschaue, und das zu wissen reicht doch vollkommen aus. 

Was war Dein niedriges Gewicht? Wie ging es Dir damit? Körperlich, wie seelisch?
Mein niedrigstes Gewicht waren 47 Kilo bei 1,71 Metern Größe. Ich möchte auf keinen Fall dahin zurück, denn in dieser Zeit habe ich mich wirklich unglaublich schwach und müde gefühlt. Außerdem wurde ich immer lustloser und depressiver. Meine Erinnerungen an diese Phase sind ziemlich dunkel und ich kann niemandem raten, sich für so eine Finsternis im Leben runterzuhungern. 


(Laura mit 47 kg)

Du warst ja nie dick. 68 kg bei einer Größe von 1,71 m sind vorbildlich. Warum fühltest Du Dich unwohl?
Es gefiel mir einfach nicht, dass mein Bauch schlaff statt straff war und sich beim Sitzen über die Hose gewölbt hat. Meine Oberarme empfand ich damals auch als viel zu kräftig und habe mich damit nicht besonders „mädchenhaft“ gefühlt. Im Nachhinein finde ich alte Bilder aus dieser Zeit gar nicht mehr schlimm – ich hatte doch eine ganz normale, frauliche Figur. Manchmal ist man einfach zu streng mit sich selbst, und das war ich damals auch.


(Laura mit 68 kg)

Man sagt ja, dass es immer einen Auslöser bei einer Essstörung gibt. Hattest Du auch einen?
Sicherlich. Über die genauen Ursachen bin ich mir aber bis heute nicht bewusst. Es wird wohl eine Mischung sein aus meinem damaligen Mangel an Selbstbewusstsein sowie pubertärem Selbstzweifel, der Trennung meiner Eltern in meiner Kindheit und das eigene Erleben von Vertrauensmissbrauch. 

Was genau hat Dich dazu bewegt, wieder gesund zu werden? 
Als mein Gewicht mitsamt meiner Stimmung nach der Klinik wieder den Bach runtergingen habe ich irgendwann gemerkt, dass ich so nie wieder zufrieden werden kann. Ich habe jeden Tag geweint und war doch gleichzeitig neidisch auf andere Jugendliche, die sich trafen, lachten und zusammen Eis essen gehen konnten. Danach habe ich mich auch gesehnt. 
Als mir dann noch dieses unsagbar dünne Mädchen in der Stadt entgegen lief, mit leerem Blick und klapprig dünnen Beinen, da wurde mir bewusst, wie schrecklich die Magersucht Menschen verändert. Da habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass ich ja nicht anders bin – dabei wollte ich doch gar nicht so enden! Ich glaube, das war ein sehr ausschlaggebendes Erlebnis für meinen Genesungsprozess.

Du warst ja in einer Klinik. Würdest Du sagen, dass sie Dir geholfen hat? 
Die Klinik hat mir auf jeden Fall sehr beim Zunehmen geholfen. Ohne deren Unterstützung wäre das nicht machbar gewesen. Ich habe auch viele wertvolle Erfahrungen und tolle Bekanntschaften sammeln können – der eigene Wille, es endgültig zu schaffen, die Magersucht hinter mir zu lassen, kam allerdings erst nach der Entlassung.

Was hat Dir dort gefallen? Was hat Dich gestört?
Toll fand ich die große Unterstützung von allen Seiten, die Bemühung der Betreuer, uns das Essen wieder schmackhafter machen zu wollen durch viele lustige Koch- und Backaktionen und dass ich mich endlich mit anderen Betroffenen austauschen konnte, die mich verstehen. Gestört hat mich anfangs natürlich die Pflicht, zunehmen zu müssen, und gegen Ende, dass ich länger als von mir gewünscht auf die Entlassung warten musste. Aber das sind Dinge, die anderen Betroffenen bekannt sein dürften und einfach zum Krankheitsbild dazu gehören.

Haben sich Freunde von Dir in Deiner 'Magersucht-Zeit' distanziert?
Es war eher andersrum, dass ich mich von meinen Freunden distanziert habe, weil ich Angst vor gemeinsamen Kochen oder Restaurantbesuchen hatte. Außerdem hatte ich große Befürchtungen, man würde mich dann auf meinen Gewichtsverlust ansprechen. Verloren habe ich durch die Krankheit aber keine Freunde – alle sind bis heute weiterhin an meiner Seite und es ist schön, Menschen um sich zu wissen, auf die man sich verlassen kann.

Hattest Du generell von irgendwem Unterstützung? Von Deiner Familie oder von Freunden?
Von beiden. Vor allem mein Stiefvater war es, der viele ernste Gespräche mit mir geführt hat und mir dabei sehr geholfen hat, endlich die Augen zu öffnen. Aber auch meiner Freundin Louise habe ich viel zu verdanken, denn sie war diejenige, vor der ich mich als erstes öffnen konnte und die mir in dieser Zeit immer beistand. 

Wenn Du Dir Deine Bilder heute anschaust aus Deiner Zeit in der Magersucht - was empfindest Du dabei? Findest Du Dich auf den Fotos schön?
Um Gottes Willen, nein. An den Fotos aus dieser Zeit finde ich überhaupt nichts Schönes mehr dran. Ich finde es eher schrecklich zu sehen, dass ich es tatsächlich soweit habe kommen lassen. Da möchte ich auf keinen Fall wieder hin zurück.

Fiel es Dir schwer, Deine Erinnerungen und Erlebnisse in einem Buch zu verfassen? Oder tat es eher gut, sich alles von der Seele zu schreiben?
Teils-teils. Es gab natürlich Phasen, die während der Krankheit ziemlich schwierig für mich waren und bei denen ich ernsthaft überlegen musste, ob ich sie überhaupt mit in das Buch aufnehmen sollte. Es war aber vor allem hilfreich, durch das Niederschreiben meiner Geschichte die Zeit mit der Magersucht nochmal gedanklich zu sortieren und zu verarbeiten.

Wie kamst Du darauf, überhaupt ein Buch zu schreiben?
Ich möchte anderen Betroffenen, die in der Entscheidung „Hungern oder Leben?“ gefangen sind, oder noch ganz an der Anorexie festhalten, die Augen öffnen und zeigen, dass es auch anders enden kann. Dass Magersucht nicht immer mit vier Klinikaufenthalten oder gar dem Tod enden muss. Es gibt irgendwie nur Bücher über dieses Thema, die diese negativen Enden enthalten. Da hat mir eins mit einem positiven Ende zwischen all denen gefehlt – also habe ich mich hingesetzt, und es letztendlich selbst geschrieben. 

Was kannst Du jemanden raten, der eine Essstörung hat?
Wer eine Essstörung hat und sich dieser bewusst ist, der sollte all seinen Mut zusammen packen und sich jemandem anvertrauen. Ich weiß, dass dieser Schritt schwer ist, aber es hilft ungemein, einfach mal über die eigenen Ängste und Probleme zu sprechen. Über den Schritt zur professionellen Hilfe, z.B. einen Klinikaufenthalt, sollte man auf jeden Fall mal nachdenken, denn diese Hilfe ist sehr wertvoll und alleine schaffen es ja leider doch die wenigsten, sich aus den Fesseln der Magersucht zu befreien.
Wichtig ist, dass man auf sein Herz hört und mal zu realisieren versucht, wie kaputt man sich eigentlich gerade macht und ob man das denn überhaupt nötig hat und will. Das Leben hat so viele schöne Seiten und es lohnt sich nicht, das alles für eine Essstörung aufzugeben.
Sein Ziel darf man nie aus den Augen verlieren und von Rückschlägen nicht entmutigen lassen. So was passiert halt, aber man kann auch immer wieder aufstehen, und nur dadurch gelangt man an sein Ziel.

Dürften meine Leser/innen Dich für weitere Fragen kontaktieren? 
Wer einen guten Rat braucht, darf sich gerne auf meiner Facebook-Seite www.facebook.com/laura.pape.autor bei mir melden - ich versuche, alle Nachrichten zu beantworten, auch wenn man mir entschuldigen muss, dass ich wegen einer Vielzahl an Terminen manchmal etwas mehr Zeit für die Antworten benötige.

Danke Laura, für das tolle Interview! Wenn Ihr Laura auch mal sehen und hören möchtet - HIER ist ein Beitrag von 'taff' über sie.

Laura hat ausserdem auch noch etwas für Euch! Sie möchte dieses handsigniertes Buch jemanden von Euch schenken! 



Das heisst, die Person, die das Buch gewinnen wird, bekommt direkt von Laura Post. Eine wirkliche tolle Aktion, wo ich auch nur nochmal DANKE sagen kann!
Laura's Buch kann man übrigens auch HIER bestellen.



Wie kann ich das Buch von Laura gewinnen?
Einfach ein Kommentar hinterlassen, warum gerade Du das Buch haben möchtest. Emailadresse nicht vergessen, denn sonst kann ich Euch nicht kontaktieren. 


Wann endet das Gewinnspiel?
Am 14. Dezember 2013 endet das Gewinnspiel. Jeder darf daran teilnehmen. Es gibt keine Einschränkungen. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. ;)
Am 15. Dezember 2013 gebe ich den/die Gewinner/in bekannt.

Und die typische Info für Facebook:
Mein privates Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook und wird in keiner Weise von Facebook gesponsert, unterstützt oder organisiert. Der Empfänger der bereitgestellten Informationen ist nicht Facebook, - sondern das bin ich. :) Die bereitgestellten Informationen werden einzig für das Gewinnspiel verwendet.



Ich wünsche allen, die mitmachen - VIEL GLÜCK!